Mit dem Beschuss der Westplatte (Gebiet Danzig) an der polnischen Küste durch das alte deutsche Schlachtschiff „Schleswig Holstein“, begann um 4.45 jener Krieg, der nicht nur fünfeinhalb Jahre andauern, sondern der auch Millionen von Menschen fordern sollte.
Schleswig Holstein, jenes nördlichst gelegene Bundesland Deutschlands, war es dann auch,
welches eine der Folgen dieses von einem Diktator vom Zaun gebrochenen Krieges zu tragen hatte. Bereits Ende 1944 bis kurz vor Kriegsende strömten über die Ostsee hunderttausende Flüchtlinge nach Schleswig Holstein. Die Infrastruktur zur Aufnahme einer so gewaltigen Masse an flüchtenden Zivilisten musste erst noch geschaffen werden, und so behalf man sich zu anfangs noch damit, große Zeltlager zu errichten, in denen die Menschen in diesen noch sehr kalten Frühlingstagen auf bessere Zeiten hoffen durften. Diese Zeiten brachen dann erst nach der Beendigung des Krieges an. Der ehemalige Kriegsgegner England sandte sogenannte „Nissenhütten“. Dies waren aus Wellblech gefertigte Unterstände, in denen sich die Menschen verkriechen konnten und mittels kleinem Holzofen auch eine Mindestwärme im kommenden Winter von 1946 erreichen konnten. Nissen, Läuse, Flöhe, Wanzen, verbreiteten sich in den Ritzen der schlecht gefertigten Wellblechhütten wie ein Lauffeuer. Manche Kinder waren an Oberkörper und Beinen schwarz vor Ungeziefer. Die US-amerikanische Verwaltung im Nachkriegs-Deutschland hatte ein Einsehen und sorgte mittels TTT-Insektenvernichtungspulver für Erleichterung bei den Menschen. Dass die Verwendung dieses Giftes Jahre später für Empörung bei Schleswig Holsteiner Pferdezüchtern führen könnte, wusste im Jahre 1946 wohl niemand. Felder und Wiesen Schleswig Holsteins wurden schwer belastet durch dieses Insektizid. Viele Pferdezüchter verzeichneten Fehlgeburten und Missbildungen in ihrer Pferdezucht. Dem Verursacher kam man in den Labors der Krankenhäuser Stuttgart auf die Schliche. Die Gefährlichkeit des Insektizids wurde erst Mitte der sechziger Jahre genauer erforscht. Fortan stand es ab dieser Zeit dann auch weltweit auf der Verbotsliste. Einige wenige afrikanische Länder benützten es allerdings noch weiter für die Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft.
Heute ist das Problem TTT so gut wie geklärt und es finden auch in ganz Europa regelmäßig Messungen der Böden statt, um das weitere Einsickern des Giftes in Grundwasser-Reservoire rechtzeitig entdecken zu können.